Die Sfifa
Die Kunst der Sfifa
Die Borte, die einen Kaftan auszeichnet.
Jeder Kaftan hat seine eigene Sfifa: eine eigens für ihn handgeflochtene Borte, deren Fäden Farbe für Farbe ausgewählt werden, damit sie genau zum Stoff passen.

Alles beginnt vor dem ersten Handgriff. Der Stoff wird auf den Tisch der Werkstatt gelegt, und er gibt den Ton an. Ihm gegenüber rollt die Maâlma ihre Spulen ab: Seide, Goldfaden, Lurexfaden. Sie hält einen daran, legt ihn beiseite und probiert einen anderen. Ein zu kräftiger Faden erdrückt den Stoff; ein zu ähnlicher verschwindet. Der richtige Faden bringt die Farbe des Kaftans zur Geltung, ohne sie jemals zu überdecken.
Dann beginnt das Flechten. Die Sfifa entsteht Zentimeter für Zentimeter von Hand, in einer regelmäßigen Bewegung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es braucht Stunden, um diese wenigen Meter Borte herzustellen, die am Ausschnitt und entlang der Öffnung des Kaftans verlaufen werden – und die nach dem Annähen wirken, als wären sie schon immer dort gewesen.
Wie erkennt man sie? Achten Sie auf die Farben. Eine aus mehreren Fäden geflochtene Sfifa, deren Farbtöne auf den Stoff abgestimmt sind, ist das Kennzeichen eines individuell gefertigten Kaftans: Sie existiert nirgendwo sonst, weil sie für dieses eine Stück und für kein anderes entworfen wurde. Eine einfarbige Sfifa, die meterweise gekauft wird, verrät dagegen eine Serienanfertigung.
Bei unseren Kaftans wird die Sfifa stets in der Werkstatt geflochten, nachdem der Stoff ausgewählt wurde. Sie ist das Erste, was unsere Kundinnen berühren – und oft das Erste, wonach man sie bei einer Hochzeit fragt: „Woher kommt er?“
→ Kaftans entdecken · Die Kunst der Aqaads · Der Gürtel des Meisterhandwerkers
